Das Tübinger Stadttaubenkonzept

Das Tübinger Stadttaubenkonzept hat zum Ziel, die Tauben von Straßen und Häusern wegzulocken in betreute Schläge, in denen sie gefüttert, gesundheitlich überwacht und ihre Gelege durch Gipseier ausgetauscht werden.

Taubenhaus auf der Neckarinsel

Dies geschieht seit 1995 Jahren im Taubenhaus in der Platanenallee und im Depot Südstadt und seit 1997 auch in der der Stiftskirche.

Neu dazugekommen ist im August 2000 ein Taubenschlag in der Fruchtschranne/alte Albert-Schweizer-Realschule in der Schmidtorstraße. Er wurde durch die Beschäftigungsinitiative "Loretto" auf städtische Kosten in den Dachboden eingebaut.

Die Fritz-Emmel-Stiftung mit Sitz in Dettenhausen, die in den vergangenen neun Jahren Vögel, Igel, Ameisen, Fledermäuse und vor allem das Tübinger Stadttauben- konzept mit insgesamt DM 100.000 unterstützte, finanzierte 1995 das Taubenhaus Platanenallee und 1997 den Taubenschlag Stiftskirche. Ohne die großzügige Hilfe dieser Stiftung könnte Tübingen heute nicht Vorbild sein für zahlreiche andere Städte, die sich ebenfalls um die Reduzierung ihrer Stadttauben kümmern wollen. Auch für die dringend erwartete Taubenpille, welche die Verminderung beschleunigen wird, sind betreute Taubenschläge und Futterplätze Voraussetzung.

Die Betreuung dieser vier Stellen in Tübingen findet unter Leitung des Tierschutzvereins statt. Verantwortlich dafür ist Petra Klingler, auch Mitarbeiterin in der "Bundesarbeitsgruppe Stadttauben", die über ein großes Fachwissen und viel praktische Erfahrung verfügt. Ihr zur Seite steht mit Rat und Tat Johanna Geck in Beuren, eine Fachfrau mit über zwanzigjähriger Taubenerfahrung.

Der Taubenschlag in der Stiftskirche (Innenansicht)

Die täglichen Kosten für Futter, Mineralstoffe, Gipseier und Reinigungs- mittel betragen pro Stelle DM 10.-. Diese Versorgungskosten von DM 1200.- im Monat können weder von der Fritz-Emmel-Stiftung noch dem Tierschutzverein, noch durch private Spenden abgedeckt werden. Deshalb wurden Stadtverwaltung und HGV um laufende Zuschüsse gebeten. Die Stadt hat Unterstützung signalisiert, die jedoch noch der Zustimmung des Gemeinderates bedarf. Vom Handels-und Gewerbeverein haben wir bis Redaktionsschluß keine Antwort erhalten.

Das Stadttauben-Konzept kann nur mit Hilfe aller zum Erfolg führen: Bevölkerung, Stadtverwaltung. Handel und Gewerbe, Medien.

Erfolgsbilanz: Seit bestehen des Tübinger Stadttaubenkonzeptes sind bis dato 3500 Taubeneier ausgetauscht worden.